HAUSTÜR

Haustür

Türen sind eine der Schwachstellen, die Diebe häufig nutzen, um in ein Haus einzudringen. Nur Türen aus solidem Material mit einem Sicherheitsschloss, das fachgerecht in einem stabilen Rahmen verankert ist, sind einbruchsicher. Nur so schützen Sie sich vor Einbrechern!

Wie kann ein Einbrecher jedoch eine Tür aufbrechen? Hier einige der gängigsten Methoden:

  • Der Zylinder wird abgebrochen; dies ist nur möglich, wenn er mehr als 2 mm vorsteht.
  • Der Zylinder wird aufgebohrt.
  • Ein Schraubenzieher wird zwischen Tür und Rahmen geschoben, um die Falle zurückzudrücken.
  • Das Schließblech wird verbogen.
  • Glaseinsätze werden eingeschlagen oder komplett herausgenommen.
  • Die Tür wird ausgehebelt oder die Scharniere werden herausgerissen.
  • Die Tür wird mit Nachschlüsseln oder einem Dietrich geöffnet.
  • ...
Verschiedene Vorgehensweisen Verschiedene Vorgehensweisen Verschiedene Vorgehensweisen Verschiedene Vorgehensweisen

Bevor Sie jedoch zu technischen Hilfsmitteln greifen, können schon einige einfache Handgriffe zur Sicherung Ihres Hauses beitragen:

  • Schließen Sie Fenster, Türen und Außentüren, auch wenn Sie das Haus nur kurz verlassen. Vergessen Sie auch kleine Fenster nicht, wie zum Beispiel das Toilettenfenster.
  • Verriegeln Sie vor dem Zubettgehen Fenster, Türen und Außentüren und bewahren Sie den Schlüssel an einem für Sie leicht zugänglichen Ort auf.
  • Lassen Sie Fenster- und Türschlüssel nicht von innen stecken und bewahren Sie Schlüssel nicht in einer Schlüsselablage in Türnähe auf. Ein Hauseinbruch ist schon schlimm genug, dabei sollte nicht auch noch Ihr Fahrzeug gestohlen werden.
  • Bewahren Sie Ihre Schlüssel immer an derselben, von außen nicht einsehbaren Stelle auf. So brauchen Sie selbst nie danach zu suchen.
  • Je weniger Schlüssel in Umlauf sind, desto besser. Verwenden Sie für alle Zusatzschlösser und Sperrbügel an Fenstern und Türen gleichschließende Schlösser (sodass Sie für alle Schlösser nur einen Schlüssel benötigen).
  • Verstecken Sie einen Schlüssel niemals an geläufigen Stellen wie unter der Fußmatte oder in einem Blumentopf, sondern geben Sie ihn Nachbarn, denen Sie vertrauen. Vereinbaren Sie mit ihnen, dass sie den Schlüssel nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung weitergeben dürfen.
  • Heften Sie keine Zettel an die Tür, mit denen Ihre Abwesenheit angedeutet wird. Hinterlassen Sie auch auf Ihrem Anrufbeantworter keine Nachricht über den Zeitraum Ihrer Abwesenheit.

a) Schloss

Schloss

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten Schlösser:

  • Einsteckschloss: Der Schlosskasten wird in das Türblatt eingelassen.
  • Zusatzschloss: Der Schlosskasten wird auf dem Türblatt befestigt.
  • Entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für Einsteckschlösser.
  • Wenn die Türblattstärke nicht ausreicht (weniger als 45 mm für eine normale Holztür), montieren Sie besser ein Zusatzschloss. Die für ein Einsteckschloss notwendigen Aussparungen könnten eine zu dünne Tür gerade an dieser Stelle schwächen.
  • Zusatzschlösser werden immer an der Innenseite der Tür montiert. Achten Sie darauf, das Zusatzschloss und den entsprechenden Schließkasten gut auf dem Türblatt und dem Rahmen zu befestigen! Das Zusatzschloss A sollte auch von außen verschließbar sein.
  • Sichern Sie die Haustür zusätzlich mit einer Mehrpunktverriegelung mit mindestens 3 Verriegelungspunkten (Riegel). Eine Mehrpunktverriegelung verankert das Türblatt an mehreren Stellen im Türrahmen. Die Verriegelung wird über einen zentralen Zylinder betätigt.
    |DEMO Hakenriegel | |DEMO Wie funktioniert ein Schloss?|
  • Mehrpunktschlösser können in der Bauphase des Hauses montiert oder auch nachgerüstet werden. Optimal, wenn auch kein Muss, sind Einsteckschlösser. Bei einer Nachrüstung ist darauf zu achten, dass nicht nur die Tür, sondern auch der Türrahmen stabil genug ist. Eine Mehrpunktverriegelung kann auch automatisch ausgelöst werden: Es gibt sogar elektronische Schlösser, die die Verriegelung auch bei Stromausfall automatisch auslösen.
  • Oft ist von außen kaum zu erkennen, welches Schloss verwendet wird. Von einem Mehrpunktschloss geht daher keine abschreckende Wirkung aus: Einbrecher könnten daher doch noch versuchen, das Schloss aufzubrechen.
  • Mythos: Es gibt Mehrfachverriegelungen mit drei Rollzapfen, die zwar tatsächlich gut schließen und die Tür vor Verformung bewahren. ABER sie bieten keinen zusätzlichen Schutz für eine Haustür. Häufig werden diese Schlösser Mehrpunktschlössern gleichgesetzt - zu Unrecht!

Aufbau eines Schlosses

Falle

Die Falle B1 wird gegen Federdruck über die Türklinke oder den Türknopf betätigt und verschließt die Tür, ohne sie zu verriegeln. Die Falle bietet also überhaupt keinen Schutz vor Einbruch. Bei ausreichendem Spiel zwischen Türblatt und Rahmen kann die Tür mit einem Brecheisen, einem Schraubenzieher oder einem Stück Plastik ("Flipper") ganz leicht von außen geöffnet werden.

Riegel

Mit dem Riegel B2 (am besten aus laminiertem Stahl) kann die Tür über den Schlüssel von innen wie von außen ver- und entriegelt werden. Nicht nur nachts, auch tagsüber sollten Sie die Tür abschließen, wenn Sie das Haus verlassen. Der Riegel sollte mindestens 20 mm herausfahren und aus gehärtetem Stahl bestehen.

Die Länge des Riegels wird in Verriegelungsstellung vom Stulp des Schlosses bis zur Außenkante des Riegels gemessen. Bei manchen Systemen fährt ein einziger Riegel aus, bei anderen mehrere Stifte pro Verriegelungspunkt.

Riegel gibt es in verschiedenen Formen:

  • Herausfahrende (konische) Riegel C
  • Schwenkriegel D (häufig verwendet bei Metalltüren)
  • Hakenriegel E (häufig verwendet bei Schiebefenstern)

Eventuell können Riegel durch mindestens zwei Bohrschutzstifte aus Manganstahl gegen Durchsägen oder Aufbohren gesichert werden.

Verschiedene Arten Schlösser

Um die Widerstandsfähigkeit einer Tür noch zu erhöhen, kann das Hauptschloss mit einem Zusatzschloss kombiniert werden, das vorzugsweise auf Kniehöhe montiert wird. Die Sicherung durch ein Zusatzschloss erfordert jedoch noch mehr Disziplin seitens der Bewohner. Sie müssen dieses Schloss nämlich auch nutzen. Zudem lassen sich solche Schlösser beim Verlassen des Hauses oft nicht von außen abschließen.

Es gibt verschiedene Arten Schlösser:

  • Das Buntbartschloss ist ein einfaches Schließsystem, das sich nicht für die Sicherung von Außentüren eignet, da hierfür zu wenige Schlüsselvarianten möglich sind. Entsprechende Schlüssel sind frei im Eisenwarenhandel erhältlich. Daher wird empfohlen, solche Schlösser zu ersetzen.
  • Das Chubbschloss ist eine sichere Alternative, vorausgesetzt der Schlüssel hat mindestens sechs Einkerbungen oder Zacken.
  • Zylinderschlösser ermöglichen eine große Anzahl Schlüsselvarianten.

b) Schließblech/Schließkasten

Schließblech

Selbst die stabilste Tür mit dem hochwertigsten Schloss ist ohne Schließblech/Schließkasten wertlos.

Das Schließblech bzw. der Schließkasten wird in den Türrahmen eingesetzt und nimmt Falle und Riegel auf. Das Schließblech bzw. der Schließkasten gewährleistet, dass der Schlitz zwischen Tür und Türrahmen weniger einfach zugänglich ist. So können potenzielle Einbrecher die Falle nicht zurückdrücken, abbrechen oder absägen. Wie sichern Sie Ihre Haustür am besten gegen ein Aufbrechen mittels Schulterstoß oder Fußtritt?

  • Hier ist eindeutig der Schließkasten einem Schließblech vorzuziehen. Bei einem Schließblech kann der Einbrecher noch versuchen, die Falle hinter dem Schließblech zu erreichen. Bei einem Schließkasten hingegen ist die Falle von einem Stahlgehäuse umschlossen.
  • Das Schließblech bzw. der Schließkasten muss fest im Rahmen und im Mauerwerk verankert sein und sollte aus Qualitätsmaterial (gehärtetem Stahl) gefertigt sein.
  • Schließbleche/Schließkästen sollten aus rostfreiem Stahl mit einer Materialstärke von 2 bis 3 mm bestehen. Die Schrauben zur Befestigung des Schließbleches/Schließkastens sollten lang genug sein und so eingeschraubt werden, dass sie fest im Türrahmen verankert sind.
  • Die Falle sollte mindestens 20 mm tief in das Schließblech bzw. den Schließkasten greifen. Der Riegel sollte ebenfalls mindestens 20 mm tief in das Schließblech bzw. den Schließkasten ausfahren und aus laminiertem Stahl bestehen. Andernfalls kann er zu leicht gelöst werden.
  • Der Spielraum zwischen Türblatt und Rahmen darf nicht mehr als 2 mm breit sein. Hier kann ein solides einbruchhemmendes Profil F Abhilfe schaffen.
  • Der Rahmen sollte aus solidem Material gefertigt sein. Zu weiches Holz kann nämlich mit einem Schraubenzieher so bearbeitet werden, dass ein Einbrecher das Schließblech bzw. den Schließkasten lösen kann.
  • Schließkästen können auch mit einem elektrischen Kontakt G versehen werden, wodurch die Falle in Verbindung mit einer (Video-)Türsprechanlage per Türöffner geöffnet werden kann.

c) Sicherheitszylinder

Sicherheitszylinder

Funktionsweise eines Zylinders

Zylinder bestehen meist aus folgenden Teilen:

  • Stator oder Zylinderkörper: fester, äußerer Teil des Zylinders, der das Gehäuse des Rotors bildet.
  • Rotor oder Zylinderkern: drehbarer Innenteil des Zylinders, in den der Schlüssel eingeführt wird.

Stator und Rotor können zum Aufbohrschutz mit Bohrschutzstiften aus Stahl versehen werden.

Wie funktioniert ein Zylinder? Wenn ein Schlüssel mit dem passenden Profil in den Rotor H eingeführt wird, springen die Stator- und Rotorstifte durch Federdruck in die richtige Position oder Kombination (Code). Hierdurch wird der Zylinder entriegelt und kann der Rotor frei im Stator drehen. Der Rotor betätigt den Schließbart, der wiederum die Riegel bewegt.

Sicherheitszylinder

Neben gewöhnlichen Zylinderschlössern gibt es auch Sicherheitszylinder.

  • Sicherheitszylinder sind mit weiteren ausfahrenden Stiften I ausgestattet, die die Einbruchsicherheit erhöhen. Einsätze aus gehärtetem Metall bieten einen zusätzlichen Aufbohrschutz.
    |animierte DEMO Zylinder|
  • Die Schwachstelle rund um den Riegel ist die gleiche wie bei gewöhnlichen Zylindern, sodass zusätzliche Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind: das Anbringen eines Sicherheitsbeschlags J (mit Kernziehschutz) und eines Sicherheitsschließblechs bzw. -kastens.
  • Das zu einem Sicherheitszylinder passende Schlüsselprofil K ist komplex (v.a. Form und Anzahl der Einkerbungen). Der Bart solcher Schlüssel ist meist mit Bohrmulden versehen. Nachschlüssel sind nur auf Vorlage der Sicherungskarte L erhältlich, die dem Sicherheitszylinder beiliegt. Damit ist gewährleistet, dass keine gefälschten oder nachgemachten Kopien des Schlüssels in Umlauf sind (solange das Patent der Sicherungskarte gültig ist).
  • Es gibt auch Doppelzylinder M, die von beiden Seiten gleichzeitig betätigt werden können. Dieses System erhöht nicht den Einbruchschutz, kann jedoch der persönlichen Sicherheit beispielsweise von Senioren dienen. Wenn eine betagte Person zu Hause einen Unfall erleidet und der Schlüssel von innen auf der abgeschlossenen Tür steckt, kann eine Vertrauensperson, die im Besitz eines Zweitschlüssels ist, die Tür öffnen.
  • Bei fachmännischem Einbau wird darauf geachtet, dass nicht zu viel Spiel zwischen Zylinder und Türblatt entsteht, sodass der Zylinder nicht seitlich bewegt werden kann.
  • Der Zylinder darf maximal 2 mm vorstehen. Zylinder sind deshalb in verschiedenen Längen erhältlich. Mit Hilfe der Distanzscheiben, die mit Sicherheitsbeschlägen geliefert werden, kann der Zylinder korrekt montiert werden.
  • Schützen Sie den Bereich rund um den Zylinder durch einen Sicherheitsbeschlag (Langschild oder Rosette) mit Kernziehschutz N. Nur der Schlüsselkanal darf sichtbar bleiben. Der Sicherheitsbeschlag muss an zwei Befestigungspunkten von innen befestigt werden, sodass von außen keine Schrauben sichtbar sind. Die Seiten des Sicherheitsbeschlags sind abgeschrägt, um die Erfassung mit einer Zange zu erschweren.
    |animierte DEMO Rosette|
  • Auch ein Sicherheitszylinder mit elektronischem Türöffner ist eine Option. Welche Vorteile bietet ein solches System?
  • Es ermöglicht Ihnen eine Zugangskontrolle.
  • Besucher können an der Tür mit Datum und Uhrzeit registriert werden (diese Daten können langfristig gespeichert werden).
  • Verlorene oder gestohlene Schlüssel können deaktiviert werden, wodurch potenzielle Einbrecher die Tür nicht mehr mit diesen Schlüsseln öffnen können.
  • Codierungen im Schlüssel erschweren die Anfertigung von Nachschlüsseln.
  • Kontroll-LEDs am Schloss zeigen an, ob Sie Zugang erhalten (grün) oder nicht (rot).
  • Elektronische Sicherheitszylinder können mit einem Aufbohrschutz versehen werden.

d) Sicherungsprofil

Einbruchhemmendes Abdeckprofil

|animierte DEMO Sicherungsprofil|

Wenn der Spielraum zwischen Tür und Rahmen ausreicht, um ein Brecheisen oder einen Schraubenzieher einzuschieben und die Falle zurückzudrücken, kann eine Tür leicht aufgebrochen werden. Zur Vermeidung dieses Problems können Sie an Tür und Rahmen ein Metallprofil anbringen.

e) Türspion

TürspionEin Türspion mit Weitwinkellinse ist eine kleine Öffnung (Linsenöffnung) in der Tür, durch die Sie sehen können, wer vor der Tür steht. Ein Türspion deckt gewöhnlich einen Blickwinkel von 180 bis 200° ab; er ermöglicht also nicht, die Person ganz zu sehen.

Türspione O werden oft in Zugangstüren von Wohnungen eingebaut.

Seit Kurzem sind auch digitale Türspione erhältlich. An der Innenseite Ihrer Tür wird ein Bildschirm angebracht. Der Spion selbst ist mit einer kleinen Kamera ausgestattet. Wenn Sie auf den Knopf neben dem Bildschirm drücken, wird die kleine Kamera im Türspion aktiviert und Sie können auf dem Bildschirm sehen, wer vor der Tür steht.

f) Sperrbügel

Sperrbügel |animierte DEMO Sperrbügel|
Sperrbügel haben eine vergleichbare Funktion: Die Tür muss nicht vollständig geöffnet werden, um nachzusehen, wer davor steht. Zwar können diese Systeme einen brutalen Einbruchsversuch nicht verhindern, doch schützen sie Sie vor plötzlichen Angriffen, wenn Sie die Tür öffnen. Sie verschaffen Ihnen einen Zeitvorteil, um auf den Angriff zu reagieren. Sperrbügel sollten daher immer benutzt werden!

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