FENSTER

Vorgehensweise

Viele Einbrecher verschaffen sich Zugang zum Haus über ein Fenster. Hier einige der von Einbrechern angewandten Methoden A & B:

  • ein Fenster aufbrechen (genauso wie eine Tür),
  • ein Fenster einschlagen: Dies ist zwar die einfachste Vorgehensweise, aber sie verursacht auch den meisten Lärm, weshalb sie weniger häufig angewandt wird,
  • ein Fenster herausschneiden oder herausnehmen,
  • Fenstertüren aushebeln,
  • auf Höhe des Fenstergriffs mit einer Stange ein Loch schlagen, um die Fenstertür zu öffnen,
  • ...

Fenster sind also Schwachstellen, insbesondere in folgenden Fällen:

  • instabiler Fensterrahmen und unzureichende Verankerung in der Mauer,
  • Spielraum, durch den auf das Fenster zugegriffen werden kann, um es aufzubrechen,
  • kein einbruchhemmendes Glas,
  • ebenerdige Fenster: Sie sind häufig das erste Ziel von Einbrechern.

Folgende Regel gilt für jedes Fenster: Sorgen Sie dafür, dass das Fenster solide in Rahmen und Mauerwerk verankert ist. Wie jedes Fassadenelement muss auch ein Fenster als Ganzes betrachtet werden. Darum ist es wichtig, dass alle Bestandteile des Fensters das gleiche Widerstandsniveau aufweisen.

Neue Fenster

Achten Sie bei der Wahl neuer Fenster auf folgende Punkte:

  • Verankern Sie den Fensterrahmen so gut wie möglich im Mauerwerk des Gebäudes. Es ist wichtig, die Anzahl der Verankerungspunkte den Abmessungen des Fensterrahmens anzupassen.
  • Auf der Innenseite werden Fensterscheiben vorzugsweise mit Glasleisten befestigt. Ist dies nicht der Fall, wählen Sie Einwegschrauben (diese können nur festgedreht, aber ohne besonderes Werkzeug nicht gelöst werden).
  • Holz-, Kunststoff-, Aluminium- oder Stahlfenster können einen guten Schutz gegen Einbruch bieten. Fensterrahmen aus Holz oder Aluminium sollten ein ausreichend starkes Profil aufweisen. Ein Rahmengestell aus Kunststoff muss mit galvanisiertem Stahl verstärkt sein.
  • Die Verglasung ist unbestreitbar ein Schwachpunkt. Entscheiden Sie sich daher für einbruchhemmendes Glas, wie zum Beispiel Verbundglas mit mindestens vier PVB-Schichten (gemäß der Norm EN 356). Achten Sie darauf, dass die Glasleisten fest angebracht sind. Sie werden an der Innenseite des Rahmens befestigt.
  • Bei Fenstern, die sich nach außen öffnen: Bringen Sie Hinterhaken an (Bolzen, die an der Scharnierseite des Fensters befestigt werden und in eine Öffnung im Fensterrahmen greifen).
  • Für Fenster, die nicht unbedingt geöffnet werden müssen, sollten Sie eine Festverglasung wählen.
  • Wählen Sie vorzugsweise abschließbare Fenstergriffe C (die mit einem Schloss versehen sind), damit ein Fenster nicht geöffnet werden kann, wenn es eingeschlagen wird. Lassen Sie jedoch nie den Schlüssel im Schloss stecken. Sehen Sie für alle Fenster gleichschließende Schlösser vor (so können Sie die verschiedenen Fenster mit nur einem Schlüssel öffnen).
    |DEMO Abschließbare Fenstergriffe|
  • Sichern Sie die Fensterflügel gegen das Aushebeln:
    • Statten Sie sie mit Pilzkopfzapfen-Beschlägen D & E (Mehrpunktverriegelung) aus. Die Anzahl der Pilzkopfzapfen hängt von den Abmessungen des Fensters ab.
      |DEMO Pilzkopfzapfen|
    • Sorgen Sie für eine Befestigung der Profile, die von Länge, Anzahl und Platzierung der Schrauben abhängt.
    • Bringen Sie, sofern möglich, eine Außenfensterbank aus verstärktem Aluminium an.
  • Bei einem Neubau sind auch integrierte Mehrpunktverriegelungen möglich.

Achten Sie darauf, dass neue Fenster stets die Widerstandsklasse 2 der europäischen Normen 1627-1630 erfüllen.

Vorhandene Fenster

Auf dem Markt sind zahlreiche Vorrichtungen für die Sicherung von Fenstern erhältlich. Ein Fenster muss jedoch als Ganzes betrachtet werden: Es reicht nicht, nur eines seiner Bestandteile zu sichern. Alles beginnt mit einer guten Qualität der Fensterprofile.

Für vorhandene Fenster gelten andere Sicherungsmaßnahmen als für neue Fenster:

  • Ein Zusatzschloss F, G, H & I ist eine gute Lösung, um vorhandene Fenster besonders zu sichern. Überprüfen Sie, ob die Zusatzschlösser fest genug montiert sind. Es wird empfohlen, Scharniere mit Hinterhaken zu verwenden, die ein Aushebeln der Fensterflügel verhindern.
  • Vorhandene Fenster sind oftmals noch mit einem Treibriegelverschluss versehen, der einen Riegel nach oben und nach unten schiebt. Für große Doppelfenster oder Glastüren reicht ein Treibriegelverschluss nicht aus. In diesem Fall ist eine Mehrpunktverriegelung ratsam. Sichern Sie alte Treibriegelverschlüsse auf preiswerte Weise, indem Sie ein kleines Vorhängeschloss durch die Stange anbringen.
  • Einfachglas kann durch Verbundglas (EN 356) ersetzt werden; überprüfen Sie jedoch zuerst, ob der Fensterrahmen dafür geeignet ist. Es ist nämlich manchmal kostengünstiger, den gesamten Fensterrahmen zu ersetzen.
  • Verwenden Sie zwei Zusatzschlösser für Schwing- bzw. Kippfenster, deren Höhe und/oder Breite mehr als einen Meter beträgt.
  • Ein Fenster, das nie geöffnet wird, schrauben Sie am besten zu.
  • Metallgitter J sind auch eine Art und Weise, weniger robuste Fenster zu sichern. Berücksichtigen Sie jedoch, dass ein Metallgitter das Aussehen des Hauses stark verändern kann. Zur Information: Die Stäbe eines Metallgitters müssen einen Durchmesser von mindestens 15 mm haben und zwischen den Stäben darf der Abstand höchstens 12 cm betragen.

Verglasung

Die Verglasung gilt allgemein als Schwachpunkt in Sachen Einbruchschutz. Manchmal werden Scheiben eingeschlagen, um Fenster- oder Türschlösser öffnen zu können. Doch ein Dieb steigt eher selten durch ein zerbrochenes Fenster ins Haus, da Verletzungsgefahr besteht.

In Bezug auf die Verglasung ist es wichtig, einige wesentliche Aspekte zu berücksichtigen:

  • die Art der Glasscheibe (Dicke und Anzahl der Polyvinylbutyral-Schichten),
  • der Einbau der Glasscheibe (Verbundglas in der Regel auf der Innenseite),
  • die Anordnung von Tragklötzen und Abstandhaltern,
  • die Befestigung der Glasleisten.

Für einen korrekten Einbau von Scheiben aus Verbund- oder Doppelglas sollten die Glasleisten breit genug sein (mind. 15 mm). Beachten Sie: Einbruchhemmendes Glas verliert seinen Wert, wenn die Scheibe mangelhaft eingebaut worden ist. Befolgen Sie darum die Montageanleitung oder wenden Sie sich an einen registrierten Fachmann.

Verschiedene Glassorten

Widerstand Vorteile Nachteile
Einfachglas begrenzte Stoßfestigkeit
  • große Abmessungen
  • preiswert
  • Durchsicht einwandfrei
  • hohes Verletzungsrisiko
  • sofortige Ersetzung empfohlen
Hartglas gute Festigkeit gegen leichte Stöße
  • fünfmal widerstandsfähiger als Einfachglas
  • geringes Verletzungsrisiko
  • Durchsicht mit Abweichungen
  • Risiko eines spontanen Glasbruchs
  • sofortige Ersetzung empfohlen
Doppelglas
  • abschreckender Effekt
  • unangenehmer Effekt bei Glasbruch
  • Verletzungsrisiko
  • sofortige Ersetzung empfohlen
Drahtglas begrenzte Stoßfestigkeit
  • unästhetisch
  • Durchsicht mit Abweichungen
  • sofortige Ersetzung empfohlen
Verbundglas sehr hohe Stoßfestigkeit
  • große Abmessungen
  • sehr begrenztes Verletzungsrisiko
  • Industrieprodukt
  • Schallschutz
  • Farbschutz
  • Schutz bleibt auch nach Glasbruch erhalten

Beachten Sie: In Ein- und Mehrfamilienhäusern muss die Verglasung neuer Fenster bzw. Fenstertüren die belgische Norm NBN S23-002 in Sachen Sicherheitsverglasung erfüllen. Hierbei wird vor allem der Schwerpunkt auf den Schutz von Personen vor Verletzungen und auf Durchsturzsicherheit gelegt.

Was bedeutet diese Norm in Bezug auf Wohnungen?

  • Es besteht keine Gefahr, wenn die Brüstungshöhe mehr als 90 cm beträgt. Für diese Fenster enthält die Norm keine Bedingungen.
  • Wenn die Brüstungshöhe weniger als 90 cm beträgt, besteht ein Verletzungsrisiko. In der Norm wird je nach Fenstertyp der Einbau von Hartglas oder Verbundglas empfohlen.
  • Wenn die Brüstungshöhe weniger als 90 cm und die Fallhöhe mehr als 150 cm beträgt, spricht man von Durchsturzrisiko. In diesem Fall ist gemäß der Norm allein Verbundglas eine Option; Hartglas ist nicht zugelassen.

Einfachglas

In normaler Ausführung ist Glas ein leicht zerbrechliches Produkt, das nur über geringe bzw. keinerlei einbruchhemmende oder stoßfeste Eigenschaften verfügt. Darum wird stets empfohlen, Einfachglas durch Doppelglas mit mindestens einer Scheibe aus Verbundglas zu ersetzen.

Doppelglas

Auch Doppelglas bietet kaum Einbruchschutz: Es kann das Handeln des Einbrechers bestenfalls ein wenig erschweren.

Früher verursachte der Bruch von Doppelglas einen lauten Knall; heutzutage entsteht dabei ein normales Bruchgeräusch.

Es gibt ebenfalls einbruchhemmendes Doppelglas. Dieses ist zwar teurer als gewöhnliches Doppelglas, für Fenster im Erdgeschoss eines Neubaus sollte es aber durchaus in Betracht gezogen werden.

Hartglas

Hartglas ist ungefähr fünfmal stärker als gewöhnliches Glas mit derselben Dicke. Somit ist ein höherer Kraftaufwand erforderlich, um es zu zerbrechen. Hartglas kann an der Außenseite verwendet werden, in Kombination mit Verbundglas auf der Innenseite. Hartglas hält jedoch nicht seine Spannung, sodass es für Treppen, Abschirmungen und dergleichen nicht geeignet ist. Zudem ist Hartglas im Gegensatz zu Verbundglas nicht durchsturzsicher.

Wenn der Druck auf einen bestimmten Punkt zu hoch wird, zum Beispiel wenn das Glas von einem spitzen Gegenstand oder einem Hammer getroffen wird, zerfällt es in kleine, ungefährliche Stückchen (Körnchen); somit ist dieses Glas nicht einbruchsicher.

Verbundglas

Verbundglas K, L & M ist für Diebe ein zusätzliches Hindernis und die einzige Glassorte, die einen minimalen Einbruchschutz gewährleistet. Dies ist auf jeden Fall ein guter Grund, es zu verwenden. Dieses Glas ist für verschiedene Sicherheitsstufen (zum Beispiel Vandalismus, Einbruch oder Schüsse aus einer Feuerwaffe) entwickelt worden.

Verbundglas ist ein Sicherheitsglas. Es besteht aus mindestens zwei Glasschichten, die durch eine bestimmte Anzahl Polyvinylbutyral-Schichten (PVB) miteinander verbunden sind. Polyvilnylbutyral ist ein durchsichtiger Kunststoff, der die Fensterscheibe widerstandsfähig macht. Nach dem Anbringen des Butyrals wird durch eine Wärmebehandlung unter Druck die perfekte Verbindung erzielt.

Bei Doppelverglasung wird das Verbundglas an der Innenseite des Fensters angebracht, damit der Schaden im Haus auf ein Minimum beschränkt wird. So werden Bewohner zudem vor Schnittwunden geschützt, wenn sie gegen die Scheibe prallen. Darüber hinaus hemmt Verbundglas den Zugang für Einbrecher; diese müssen zunächst die Glasschicht an der Außenseite zertrümmern, und dann noch das mit PVB beschichtete Glas überwinden. Der einbruchhemmende Wert des Glases hängt hauptsächlich von der Anzahl PVB-Schichten ab (in der Regel mindestens 4 Schichten).

Hier eine kurze Übersicht über die Vorteile von Verbundglas:

    Verbundglas
  • Dank der PVB-Beschichtung lässt Verbundglas keine UV-Strahlen durch; Gegenstände werden somit vor dem Verblassen geschützt.
  • Bei einem eventuellen Glasbruch werden die Glassplitter aufgrund der Verbindung der Glasscheibe mit der bzw. den Kunststofffolie(n) gebunden. Aus diesem Grund braucht die betreffende Scheibe nach einem Glasbruch nicht sofort ersetzt zu werden.
  • Die PVB-Schicht verfärbt sich nicht unter dem Einfluss von Tageslicht oder künstlichem Licht. Verbundglas muss in einem dafür vorgesehenen Fensterrahmen, d.h. einem robusten und ausreichend widerstandsfähigen Rahmen, eingesetzt werden.
  • Verbundglas bietet eine erhöhte schalldämmende Wirkung durch die Verbindung der verschiedenen Glas- mit PVB-Schichten (klassische PVB-Schichten haben nur wenig Einfluss auf den Schallschutz).

Zusätzliche Maßnahmen für Fenster

Sicherungsstange

Eine Sicherungsstange verhindert, dass das Kippsystem eines Fensters aufgebrochen wird. Eine korrekt eingebaute Stange kann Einbrecher daran hindern, durch ein Schwing- oder Kippfenster zu steigen. Fenster, deren Abmessungen weniger als 50 x 17 cm betragen, erfordern keine Sicherungsstange, da hier ein Einstieg nicht möglich ist.

Fenstergriffe mit Sperrbügel

Ein Fenstergriff mit Sperrbügel N sorgt dafür, dass ein Fenster nur einen Spaltbreit geöffnet werden kann. Diese Maßnahme ist am besten geeignet für Räume, die belüftet werden müssen (zum Beispiel wenn kleine Kinder anwesend sind). Abschließbare Fenstergriffe mit Sperrbügel sind hierbei vorzuziehen. Achten Sie stets darauf, dass beim Verlassen der Wohnung die Fenster geschlossen sind.

Rollläden

Heruntergelassene Rollläden O geben zwar ein Gefühl der Sicherheit, doch sie alleine bieten nur ungenügenden Schutz gegen Einbruchsversuche durch Fenster und Türen. Das Fassadenelement muss selbst ausreichend widerstandsfähig sein. Der Rollladen ist lediglich ein zusätzliches Hindernis (und das auch nur, wenn er vollständig heruntergelassen ist). Dasselbe gilt für zusammendrückbare Fenstergitter.

Um die Wirksamkeit von Rollläden in Sachen Einbruchhemmung zu erhöhen, muss die Montage von Rollläden stets mit zusätzlichen Maßnahmen zur Verstärkung von Türen und Fenstern einhergehen.

Aus welchen Gründen sollten Sie Rollläden anbringen?

  • Rollläden mit Hochschiebesicherung haben den Vorteil, dass sie automatisch blockieren, wenn ein Einbrecher versucht, den Rollladen von außen anzuheben. Eine Metallfeder verhindert, dass sich der Rollladenpanzer um die Welle wickelt, sodass er oben gegen den Rollladenkasten stößt (der Kasten muss zudem gut mit Bolzen befestigt sein).
  • Durch das Anbringen von Sturmhaken wird es Einbrechern erschwert, den Rollladenpanzer aus den Führungsschienen zu heben.
  • Sehen Sie weitere verstärkende Elemente für die Rollläden: ein Sicherheitsschloss, eine Sicherheitsverriegelung, Schließhaken, einen verstärkten Endstab und verstärkte Führungsschienen.
  • Entscheiden Sie sich für Rollläden mit elektronischer Steuerung, die sich automatisch schließen, wenn es dunkel wird, und morgens auch wieder von selbst öffnen. Auf diese Weise entsteht der Eindruck, dass das Haus bewohnt ist. Eine zusätzliche Hochschiebesicherung bieten Rollläden mit Rohrmotor.

Auf europäischer Ebene wurden Normen ausgearbeitet, um ein Mindestniveau in Sachen qualitativ hochwertiger Sicherung (EN 1627-1630, Widerstandsklasse 2) zu gewährleisten.

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